Union, Dresden | 13.7.1963 "…es ist ein so tiefes Einfühlungsvermögen in die Atmosphäre des Jazz vorhanden: stilistisch in der Modulationsfähigfkeit des Tones in der rhythmischen Sicherheit und Selbstverständlichkeit. Eine echte Jazzsängerin vorzustellen war dringend geboten. Sächsisches Tageblatt | 29.5.1962 "Und wie die Ruth Hohmann improvisiert, das ist eine feine Sache! Packend ihre menschliche Ausstrahlung: Ein Mensch steht da und bekennt in Tönen, was er empfindet. Da gibt es nicht Künstliches. Alles ist Leben und Bewegung." Berliner Zeitung am Abend | 30.11.1961 "…Höhepunkt war zweifellos die Mitwirkung der Jazz-Sänger Ruth Hohmann und Manfred Krug. Beide, besonders aber Ruth Hohmann, die in Ella Fitzgerald ihr Vorbild zu sehen scheint, boten in recht ansprechender Weise das, was den Vokalisten im Jazz charakterisiert: harte, ungetrübte Laute, eine klagende und anklagende, jauchzende und weinende menschliche Stimme. Unsere Schlagersterne | Lied der Zeit, 1963 Sie ist eine Sängerin, die sich dem Jazz verschrieben hat und sehr gekonnt zu improvisieren weiß. Vokales Improvisieren ist eine spezielle Art der musikalischen Interpretation, die man in unseren Breitengraden überaus selten antrifft. Ruth Hohmann versucht, mit ihrer Stimme das nachzugestalten, was emotional aus den Gesängen unserer unterdrückten schwarzen Brüder spricht: Freude, Trauer, Sehnsucht. Erfreulich dabei ist, daß sie nicht kopiert, sondern sich bemüht, den Stimmungen und Gefühlen nachzuspüren und durch ihre Art der Interpretation Ausdruck zu verleihen. Der Morgen |1975 "Frappierend die Wandlungsfähigkeit der Hohmann: mal gedenkt sie schniefend ihres Theo, mal ist sie jodelnde Marionette mal aufgemutzte Opernwalküre, dann wieder nachdenklich-besinnliche Chansonette und nicht zuletzt Jazzsängerin mit ganz eigener Note."Ruth Hohmann sorgt für die notwendigen Glanzlichter mit ihrer bei uns noch immer fast einmaligen Stimme." Magazin | 1979 Sie hat sich langjährige Verdienste um den Jazz, die Welt des Blues, erworben. Sie hat ihn mit sehr viel persönlichem Einsatz popularisiert, und sie hat von Anfang bis heute bei uns Maßstäbe gesetzt. Wer also wollte Ruth Hohmann in unserem Lande den Titel ,,First Lady" auf diesem Gebiet streitig machen - auch wenn sie selbst davon nichts hören will? ,,First Lady of Jazz" nennt man auch eine, die Ruth Hohmann als ,,das stets unerreichbare Vorbild" empfindet: Ella. Die einheimische Kritik hat die Hohmann oft zu Ella Fitzgerald in Beziehung gesetzt, sie mit vielen lobenden Worten in die ,,Ella"-Nachfolge eingereiht. Gewiß: Ruth Hohmann bevorzugt oft ähnliche Titel, beherrscht wie jene sehr effektvoll den scat-Gesang. Aber sie schätzt diesen Vergleich heute nicht mehr…. . Berliner Zeitung | 1991 Dixie in der Wartehalle - 1. Berliner Jazz Band Ball Höchste Zeit für diesen ersten Jazz Band Ball in der zusammenwachsenden Hauptstadt. Den widrigen Umständen zum Trotz - das Palais am Funkturm hat die Akustik eines Bahnhofs - startet das "Jazz Collegium" furios - mit Dixieland & Mainstream Jazz a la New Orleans. Allen voran die unvergleichliche Ruth Homann - mit "angeschwärzter" Stimme, Humor und deutschen Texten hat sie das Publikum sofort auf ihrer Seite. Brillant ihre Versionen solcher Standards wie "Sweet, Georgia Brown" und "When The Saints ..."  Viel Applaus. Der Eulenspiegel | Carl Andrießen, 1979 "Die Jazz-Sängerin Ruth Hohmann, die sich im Bedarfsfall den sogenannten Amateuren des "Jazz-Kollegiums" bereitwillig zugesellt, ist in unserem Land einmalig. Frau Hohmann ist Dozentin und eben deshalb nicht sonderlich jung. Mehr Beifall als sie, falls sie öffentlich mitmacht, kann kaum jemand kriegen. Wenn nur drei von fünfzig singenden Huppdohlen der Hohmann etwas abluchsen würden, dann könnte man glatt von der Musikalität der ehrgeizigen Bienen von heute reden." Lutz Pretsch zur LP "Ströme" | 1984 Zuletzt sei noch auf eine LITERA-Platte (Nr. 865363) hingewiesen, die zwar bereits seit einigen Monaten im Handel ist, aber durch originäre Note und hohe Qualität Maßstäbe setzt: "Ströme. Negerlyrik aus zwei Kontinenten". Es sind gesungene, gesprochene, geflüsterte und herausgeschriene Texte in hervorragender Nachdichtung, Kraftvoll, ergreifend, nahezu schmerzhaft , expressiv geben sie Einblick in das Fühlen einer Kultur, Rasse, sozialen Schicht. Die kehlige Stimme Wolfgang Dehlers, als Gesangsgegenpart Ruth Hohmann - erstaunlich, was die vielseitige Interpretin hier einbringt -, und die Kompositionen und Arrangements von Tobias Hartleb finden sich zu einer glücklichen Einheit. Dazu gesellt sich eine einfallsreiche Tonregie, .die mit interessanten Effekten (versetzt geschichtete Stimmen) zusätzliche Spannung, und akustischen Reiz einzubringen weiß. Hier wird Hören wirklich zum Erlebnis. Zutiefst beeindruckt hat mich Auswahl und Gestaltung (Wolfgang Dehler/Ruth Hohmann) der -Lyrik aus zwei Kontinenten, von Litera unter dem Titel "Ströme" herausgebracht - Das Gebotene zwingt zur Aufmerk-samkeit, zum Mitdenken, zur eigenen Stellungnahme, zumal die Texte, in einfühlsamen deutschen Nach-dichtungen vorliegend, von Wolf gang Dehler und Ruth Hohmann - ob nun als Aufschrei oder in Reflektion des erwachenden Selbstbewußtseins der Afrikaner und Afro-amerikaner -, faszinierend interpretiert werden.  Wie beispielsweise Ruth Hohmann, Hochschuldozentin und hochbefähigte Jazzinterpretin, ihre zumeist als Backgroundgesang angelegten Parts ausfüllt, wie sie nuanciert "in der Stimmung" liegt, das verstehen wir beispielsweise unter Nichterlernbar. Mann hat's oder man hat's nicht. Die ebenso aussagewirksame Musik mit Bezugslinien zum Blues und Gospel schrieb der Dresdner Komponist Tobias Hartleb Volksstimme | 8.7.1998 Neustart "Jazz und Lyrik" am Anhaltischen Theater Dessau"…Dabei gebe es zu Ruth Hohmann, die mit ein paar witzigen Übersetzungen legendärer Titel nicht nur für Amüsement sorgte, sondern durch ihren griffigen Scat-Gesang einige der besten Musikstücke prägte, Abendfüllendes zu sagen. Auch der vielseitige Rainer "Mäcki" Gäbler hätte für seine vielfachen und gekonnten Soli mit Klarinette, Flöte, Tenor-und Sopransaxophon mehr als eine Namensnennung verdient. Ein gleiches gilt freilich für die ganze Band, die seit 1957 die Freunde des traditionellen Jazz erfreut…" Ostseezeitung | 6.10.2003 Jazzband-Ball, Klappe die dritte  76 Jahre alt, eine weiße Blüte n der Jacke - auf den ersten Blick würde Ruth Hohmann gut in ein Damen- Kaffeekränzchen ,passen. Dann aber erhebt sie ihre Stimme und füllt damit den Bernsteinsaal des Neptun Hotels. Eine satte, rotzfreche Jazzstimme. Die Kellner bleiben in den Türen stehen, mancher, der gerade sein Glas zum Mund führen wollte, stellt es wieder ab. Alle blicken zu dieser unglaublichen kleinen alten Dame. Ein Energiebündel. "All of me..." So beginnt sie ihren Auftritt - absoluter Höhepunkt des dritten Jazzband-Balls am Sonnabend….." Melodie & Rhythmus | Ausgabe 11, August 2006 Ruth Hohmann - Lehrerin, Künstlerin, 75  von André Herzberg ....Es gab noch andere Lehrer an der Hochschule, abgehalfterte Schlagersänger, doch sie und der Leiter der Abteilung Tanzmusik Alfons Wonneberg hatten eine Nische gebaut, in der ich unterkriechen konnte, gegen den Widerstand der Schlagersängerin. Wichtiger war, Ruth nahm mich ernst, ich wusste damals, was ich nicht wollte, viel schwieriger war es, meine Vision meiner künstlerischen Zukunft zu finden. Also sang ich, ...alles Mögliche, Noten besorgte ich mir in der Bibliothek der amerikanischen Botschaft. Sie hatte das Zimmer 119 in der Hochschule, "Machen Sie mich nicht immer nach! ", warf ich ihr vor, aber genau das war es, sie führte mir alle meine Eitelkeiten vor. Aber niemals trampelte sie auf mir rum oder kam mir mit Verboten. Musik ist eben auch Handwerk, dies konnte man gut an der Schule lernen, Hohmann hat Geduld, Humor, handwerkliches Können. Wenn ich oft von Verboten eingeengt, von Regeln kastriert wurde, war sie anders. Gesang ist die Kunst, die Seele durch den Mund sprechen zu lassen, wenn du das nicht beherrschst, kann es dir kein Lehrer der Welt beibringen, aber den Weg ebnen, das hat sie getan. Und sie lehrte mich Demut vor den Mitspielern, sie hasst bis heute Stargehabe, vielleicht ist sie deshalb auch nie einer geworden. Sie lehrte mich, dass Gesang auch Bedeutung hat - jenseits von Wörtern, nur durch Betonung der "Schnurrediebuhr"...... Mäker | 26.07.8.2006 Leben für den Jazz von Margot Schöning Mit einer sommerlichen, jazzigen Abend-Session, mit gut vier swingenden Sternstun" den feierten nahezu alle Größen des DDR-Jazz und viel Jazz-Volk den 75. Geburtstag der Grand Dame des Jazz. Schon 2005 wie auch in diesem Jahr hatte Jazz Collegium Moderator und Bassist Stefan Lasch nicht nur während des Jazz-Brunch in Himmelpfort dezent humorvoll und mit unüber-sehbarem T-Shirt-Hinweis immer wieder das dreiviertel Jahrhundert der ältesten und aktivsten Jazzsängerin Deutschland angekündigt. Er wurde vielfach gehört. Der Innenhof des Köpenicker Rathauses war gerammelt voll. Fast bogen sich die harten Holzsitzbänke. Das Servierteam hatte Mühe, sich mit vollen Tabletts durch die Reihen zu quetschen. Ausverkauftes Haus, dazu 120 geladene Gäste, dicht vor der Bühne platziert. Von der bevorstehenden Fülle, der stundenlangen Begeisterung und Ehrerbietung konnte Ruth Hohmann nur etwas ahnen, als sie am hinteren Tor des Köpenicker Rathauses aus dem Wagen stieg. "Was haben die nur mit mir vor?", fragte sie. Dass an einer kreativ großen Überraschung gestrickt wurde, blieb nicht verborgen. Schon der Auftakt hatte es in sich. Alle Musiker spielten für die zu Beginn noch schwarz gekleideten Geburtstagslady "Happy .Birthday" aus dem Publikum heraus. Dann begann auf der Bühne die Gratulationskur musikalisch und per Wort, Takt auf Takt. Per Leinwanddirektschaltung überraschte aus Australien der einstige Collegium Schlagzeuger Karl Vetter mit seinem selbst ,verfassten Gedicht.... Das alles rührte Ruth Homann unendlich, auch die 75 RoseIl, "die junge Gastronomen“ ihr einzeln überreichten. Sie setzte ihrer Jazzmesse fast einen Schlusspunkt, als sie auf der Bühne singend tanzte, die Beine in die Luft schwang und in die Hocke ging. Darauf hatten viele gewartet. Und das mit 75. Jahren. Der Jazz hat sie jung gehalten.... In den vergangenen Jahren ließ die souveräne Jazzlady ihr Publikum jubeln, wenn sie eigene deutsche Texte wie "Er ist sauer uff dir" auf klassischen Jazz Titeln zum Beispiel von "Goddy, goddy" vortrug. Man musste nicht unbedingt Berliner sein, um ihr musikalisches Berlinern zu verstehen. Im nächsten Jahr will sie wieder zu den Klassiktagen nach Himmelpfort kommen. Eberhard Wever | Hamburg, 23. Juni 2002 Das Jazz-Collegium (Berlin) spielt auf in Ahrenshoop (Ein Fan-Gedicht) Starke Töne ... Laut von andrem Stern, Jazz - sechs Männer, eine Sängerin,  Prof. Ruth Homann (70), alte Herrn: Spaß und Künstlerstolz auch mittendrin. Baß, Keyboard, Posaune, Saxophon,Schlagzeug, Trumpet offen und gestopft, Musikantentum und edler Ton: Könnerschaft hat uns ans Herz geklopft. Musizierend kommen sie in Fahrt,, allerfeinste Nummern,  jedes Spiel,meisterhaft und auswendig,  "by heart":daß die Funken sprühen, ist ihr Ziel. Sie setzt Spitzen noch auf Gipfelklänge, Coloratura ganz phantastisch-toll, ragt aus allem Arrangement-Gedränge: Ruth, agil, oktaven-übervoll. Überzeugende Seniorenschaft, Erste-Sahne-Jazz-Collegium, Jazzmusik entsprudelt Lebenskraft: stehend applaudiert das Publikum. Mitteldeutsche Zeitung | 05.07.2007 Mit "Ruthchen" in die Pause von Ute van der Sanden Die Berliner Jazzsängerin Ruth Hohmann jammt mit den Muldebuben im Theaterkeller Sie gilt als "First Lady of Jazz" in der DDR, war die erste Dozentin für Jazzgesang bei "Hanns Eisler" in Berlin. Sie stammt aus Eisenach, man hört es noch: Hatte "wegen Dabdudei und Englisch" Berufsverbot. Sie gibt die komische Alte so überzeugend wie die feinfühlige Blues-Interpretin. Sie gibt ihre Jahre offen zu: 76 wird sie demnächst. Und sie ist mit dem Dessauer Dramaturgen Ernstgeorg Hering befreundet, der sie am Montag zu "Jazz und Poesie" ins Anhaltische Theater holte. Fesselnde Erzählungen.- Ruth Hohmann verkörpert ein Stück Musikgeschichte, sie arbeitete mit allen; die im Mauerstaat erfolgreich Jazz spielten, darunter Manfred Krug, Günter Hörig, Klaus Lenz, Ernst-Ludwig Petrowsky, Günter Sommer. Mit Fips Fleischer tourte, mit Helga Hahnemann korrespondierte sie. Putzig, wie. die agile Lady im Theaterrestaurant einen Break erklärte: ein Loch, das der Gesangssolist fülle.' Flugs brachte sie ein Blues-Schema unter die Leute: "Sohön hab ich 'nen Chorus!" Hohmanns Erzählungen gerieten fesselnd. Anekdotisch. Nur ein bisschen nostalgisch. Und voller Selbstironie: "Früher hab ich so hoch gesungen, wie ich heute gar nicht mehr denken kann!" Ihre Bühnenpräsenz aber ist überwältigend. Ihr kosmopolitischer Gesang spiegelt die Einflüsse von Mahalia Jackson bis Ella Fitzgerald wie das eigene Musikerleben. Zwar erinnerte die Stimme an eine, nun ja, in die Jahre gekommene Ziehharmonika. Doch zeigte sie sich technisch gut in Schuss, und so intonierte Ruth Hohmann superb, die noch volle mittlere und tiefe Lage ausreizend…..Existierte der Zuschauerpreis für ein Lebenswerk, "Ruthchen" hätte ihn bekommen. ND | 06.01.07  Satire, Jazz und Radschlag, Jazz-Lyrik-Prosa begeisterte auch beim 222. Mal von Walter Kaufmann Man sollte sich den alljährlichen Januar-Termin in der Komischen Oper vormerken – allein schon aus Solidarität. Und natürlich wegen des Vergnügens, das man haben wird. Ruth Hohmann, diese Ruth seventy five mit dem Jazz Collegium Berlin, war am Donnerstag quer durch diesen nun schon 222. Abend von »Jazz–Lyrik–Prosa« von rauschendem Beifall begleitet und legte einen Abschiedsblues hin, der auch die Schwarzen von New Orleans Basin Street von den Stühlen gerissen hätte. Und spätestens, als Peter Bause sich als lebenslänglicher Angestellter beim »Theater Deutschland« zu erkennen gab (Intendantin Angela Merkel), hatte er die Lacher auf seiner Seite – da brauchte es nur noch Texte wie die von Hans J. Stein und Willi Bredel, um das Publikum rundum zu gewinnen. Wer schlug am Ende aus lauter Übermut ein Rad auf der Bühne – und warum? Wiglaf Droste war es, Autor, Sänger, Tausendsassa der Medien, den es gepackt hatte, weil er auch mit seiner Satire auf die Brandenburger blendend angekommen war. Auch Lutz Stückrath, Borstenhaarschnitt und flinke Zunge, sowie Madeleine Lierck, kesse Berliner Göre wie elegante Lady, gaben zum Jubel ihrer Fans dem Affen Zucker. Und allesamt, dazu die sechs genialen Musiker des Jazz Collegiums, wurden stolz-vergnüglich von Josh Sellhorn moderiert, der auch das Programm gestaltet hatte – und sich darauf verlassen darf, dass im Januar 2008 bei »Jazz-Lyrik-Prosa« die Komische Oper wieder ausverkauft sein wird. Konzertbericht | 29.03.2008 "Volles Haus im Jazz Club" Jazzclub Holzminden Schade, wer es versäumt hat. Das Jazz Collegium Berlin & Sängerin Ruth Hohmann bescherten den Jazzfans im Jazz Club Holzminden, am Samstag den 29. März, einen unvergesslichen Abend. Ihr Mainstreet-Jazz ist durch einen modernen, swingenden Sound geprägt. Durch das Programm führte Bassist und Bandleader Stefan Lasch. Die anderen Bandmitglieder waren Hartmut Behrsing (tb), Patrick Braun (sax,cl) Hans Georg Hentschel (tp), Andreas Hentschel (dr) und Dr. Volker Kaufmann (p,voc). Die Band begann zunächst ohne ihre Sängerin und brachte die Zuhörer in Stimmung. „All of me“ war dann das erste Stück mit Ruth Hohmann. Sie wird nicht zu unrecht mit Jazzgrössen wie Mahalia Jackson oder Ella Fitzgerald verglichen. Im ersten Set spielte die Band dann noch bekannte Stücke wie „Mac The Knife“, „Night and day“, „Sweet Georgia Brown“ und „Route 66“. Auch das Volkslied „Nun will der Lenz uns grüssen“ wurde gek-onnt verjazzt. Der zweite Set begann mit „Let me see" und einem hervorragenden Schlagzeug- und Saxophonsolo. Bei „Rosetta“ begeisterte Dr. Volker Kaufmann am Klavier. Auch das Solo am Kontrabass zu „Jada“ war klasse. Das Stück wurde mit tollen Tempowechseln vorge-tragen. Sehr gekonnt dann noch „Moonlight in Vermont“ und „Flying Home“ zum Schluss des zweiten Sets. Ein Solo des glänzend aufgelegten Posaunisten zum „;Tin Roof Blues" eröffnete den letzten Teil des Abends. Bei „I love you“, „Er ist sauer auf dir“ und dem „Basin Street Blues" zeigte Ruth Hohmann noch mal ihr ganzes Können. Zum Schluss gab es einen langen Applaus des gegeisterten Publikums und die Band gab noch zwei Zugaben. Mit „Blueberry Hill“ und „Guten Abend, Gute Nacht“ endete ein außergewöhnliches Konzert im Jazz Club Holzminden. Dass Ruth Hohmann und das Jazz Collegium Berlin recht bald wiederkommen sollen, darüber waren sich alle einig. Konzertbericht | 26.04.2009 "Geburtstagsfeier mit heißen Rhythmen im Kesselhaus"  von Joachim Schütz Zum 8. Geburtstag des Fördervereins und als Zeichen seiner Lebendigkeit sollte es im Kesselhaus musikalisch richtig heiß hergehen. Dazu konnten wir das legendäre  JAZZ COLLEGIUM  Berlin mit seiner großartigen Sängerin Ruth Hohmann gewinnen. Am 18.April um 19.00Uhr war es dann soweit. Nur mit großer Mühe konnten wir die vielen Interessenten im Theatersaal des Kesselhauses unterbringen. Wir waren rappelvoll, eine tolle Kulisse für Swing und Dixieland. Und vorweg, die Künstler hielten, was ihr Name verspricht. Durch das Programm führte Bassist und Bandleader Stefan Lasch. Die Band begann zunächst ohne ihre Sängerin mit Hartmut Behrsing (tb),Patrick Braun (sax,cl), Hans Georg Hentschel (tp), Andreas Hentschel (dr), Dr. Volker Kaufmann (p,voc). Es dauerte nur Minuten und wir Zuhörer waren voll in ihrem Bann. Ruth Hohmann startete mit „All of me“. Sie begeisterte und gewann das Publikum sofort mit ihrem eigenständigen Jazzinterpretationstalent, voller Natürlichkeit und einnehmender Ausstrahlung. In der Pause gab es lebhafte Diskussionen bei Wein, Bier und Brezel; das alles vor einem einmaligen Ambiente- den historischen Kesselanlagen. Nach der Pause hörten wir „Let me see“, ein hervorragendes Schlagzeugsolo;  Dr.Volker Kaufmann begeisterte mit „Rosetta“ am E-Piano und nicht zu vergessen das Solo am Kontrabass mit Stefan Lasch. Den Schlussteil bildete ein Solo des hervorragenden Posaunisten Hartmut Behrsing mit „Tiger Rag“. Ruth Hohmann zog noch einmal das Publikum mit „Er ist sauer uff dir“ und dem „Basin Street Blues“ in ihren Bann. Als Zugabe hörten wir „Blue Berry Hill“ und „Guten Abend, gute Nacht“. Langanhaltender Beifall, ein herzliches Dankeschön und der Wunsch auf Wiederholung beendeten diesen unvergesslichen Abend. Uns wurde berichtet, dass einige noch zu Hause weiter geswingt haben sollen. Märkische Oderzeitung | 19.04.2010  "Ruth Hohmann – Jazz-Sängerin im Duett mit sich selbst" von  Regina Mattern Fürstenwalde (moz) Jazz hält jung. Das erlebten die rund 80 Besucher, die dem Fürstenwalder Kulturverein am Sonnabend zum 10. Konzert des Jazzclubs in die Kulturfabrik gefolgt waren. Zu Gast war die „Grande Dame des deutschen Jazz“, wie Kontrabassist und Moderator Stefan Lasch sie vorstellte: Ruth Hohmann.  Die inzwischen 78-Jährige begeisterte von Anfang an das Publikum mit dem großen Variationsbreite ihrer Stimme, mit ihrer von jeglichen Allüren freien Art, mit ihrer Kunst. Sie beherrscht wie kaum ein anderer deutscher Jazzmusiker alle Facetten dieser Musikrichtung. Dazu bewegte sie sich auf der Bühne leichtfüßig und temperamentvoll. Dritter im Bunde war Pianist und Posaunist Hartmut Behrsing. Er ist manchen vielleicht bekannt als Komponist zweier Vorspänne für den Polizeiruf 110 vor 1989. „Jazz Is What I’m Living For“, so lautete das Motto der Veranstaltung. Ruth Hohmann und ihre beiden Vollblutmusiker begeisterten mit bekannten und weniger bekannten Stücken, interpretiert auf die der Sängerin ganz eigene Art. Stücke wie &dbquo;Sweet Georgia Brown, „When The Saints“Und der Haifisch, der hat Zähne oder „Up Town, down Town“ erzeugten Begeisterung. Besonders aber beeindruckte „I Can’t Give You“ ein Duett, mit sich selbst gesungen: zum Teil mit einer hohen, fast fisteligen Stimme, zum Teil mit einer kräftigen tiefen Stimme. Sie hat zwei Stimmen im Hals, kommentierte Hartmut Behrsing. Kaum einer der Gäste saß noch still auf seinem Platz. Die einen nickten im Takt mit dem Kopf, die anderen wippten mit den Füßen, wieder andere bewegten den ganzen Oberkörper nach der Musik. Und immer brandete Beifall auf, wenn die beiden Instrumentalisten die Pausen zwischen dem Gesang nutzten, um ihre Klasse zu beweisen. Die Spielfreude, die Gestik und Mimik der Künstler trugen dazu bei, dass die Zuhörer fasziniert auf die Bühne schauten. Locker und sachlich, aber auch satirisch führte zudem Stefan Lasch durch das Programm. Er erklärte beispielsweise, warum Ruth Hohmann fast ausschließlich in englischer Sprache singt. &dbquo;Es wurde immer wieder mal versucht, Texte ins Deutsche zu übersetzen, aber das kann man heute nicht mehr singen. Das würde sofort Umwelt- oder Tierschützer mobilisieren. Zum Beispiel, wenn es hieße: ,Stell dir vor, wir hätten was zu rauchen‘.  Heide Schulze aus Fürstenwalde genoss den Abend. Das sind alles drei tolle Musiker. Die Sängerin hat eine perfekte Technik, singt sehr einfühlsam. Das Konzert gehört für mich zu den besten, die ich in diesem Jahr besucht habe. Heide Schulze ist Mitglied des Jazzklubs des Kulturvereins. Beate Röschl, ebenfalls aus Fürstenwalde, sagte der MOZ:“Mir gefällt die Künstlerin so gut, dass ich schon zum zweiten Mal in ihr Konzert gegangen bin. Ihre Lebendigkeit, ihr ganze Mentalität – die Frau verkörpert für mich Musik“. Nicht ganz so zufrieden war Organisator Peter Apitz:“Das Konzert ist toll, die Leute lassen sich mitreißen. Aber ich hatte schon gehofft, dass so 100 bis 120 Gäste kommen. Unsere 21 Mitglieder des Jazzclubs, die solche Veranstaltungen möglich machen, übernehmen von der Vorbereitung bis zum Einlass alles ehrenamtlich. Da ist es doch schade, wenn wenige kommen.“  Ruth Hohmann beeinflusste es indessen nicht, dass sie für so wenige Gäste sang. Bis 22.30 Uhr unterhielt sie mit ihren Musikern das Publikum und verabschiedete es dann mit &dbquo;Guten Abend, gute Nacht, mit Rosen bedacht – natürlich im Jazzformat. Meißner Tageblatt | 10.02.2011 Grand Old Lady im Konzert" von W. Zimmermann Jazzsängering Ruth Hohmann Gastierte in Coswig   Erwin Strittmatter hätte sie wohl eine, „Andertbalbmeter-Großmutter" genannt. Viel mehr als diese Körperhöhe erreicht die Jazzsängerin Ruth Hohmann tatsächlich nicht. Umso erstaunt es, über welchen Umfang die Stimme der 79- jährigen Sängerin immer noch verfügt Immerhin: Am 19. August dieses Jahres wird sie ihren 80. Geburtstag feiern. Am Abend des 6. Februar gastierte Ruth Hohmann im Gemeindezentrum von Coswig (warum eigentlich nicht in der ,,Börse"?) vor einem bestens gestimmten und wohltuend jazzbegeisterten Publikum. Begleitet wurde sie bei ihrem Auftritt vom Pianisten und Posaunisten. Hartmut Behrsing und dem Bassisten Stefan Lasch. Beide gehören zum renommierten. Jazz Collegium Berlin", in dem Ruth Hohmann bereits seit 1972 den Part der Sängerin besetzt. Mit „I’m Confessin That I Love You“ - einem 1930 von Doc Dangherty nach einen Text von Al Neiburg komponierten wunderbar sanften Jazzstandard - startete die Hohmann das Konzert. Mit dem „Mackie Messer Song", der „Sophisticated Lady“ und der verruchten „Sweet Georgia Brown“ (die eigentlich ein sehr loses Weibe gewesen sei, so Stefan Lasch) sammelte sie gleich in der ersten halben Stunde jede Menge Pluspunkte. Das hat Ruth Hohmann im Grunde aber gar nicht nötig, denn vierzig Jahre Jazzgesang auf der Konzertbühne inclusive einer 20 -jährigen Dozententätigkeit an der Berliner Musikhochschule  ,,Hanns Eisler" ließen die kleine große Frau allen nur möglichen Stürmen trotzen. Noch immer steckt in ihrer Stimme nicht nur eine unbändige Kraft, sondern auch ein wunderbar swingendes Timbre. Das ermöglicht es ihr, mühelos auch die schwierigsten Klippen im Jazzgesang zu meistern. Die gibt es zum Beispiel in Ray Charles Hymne ,,Hallellujah"; in der zwar volkstümlichen, aber dennoch nicht unkomplizierten Dixie-Nummer "Oh When The Saints Go Marching In"; in Gershwins "Wonderful" und nicht zuletzt in dem Mitsinger ,,Bye, bye Blackbird". Dass Pianist Behrsing und Bassist Lasch trotz der enormen Präsenz von Ruth Hohmann immer auch mit eigener Virtuosität punkten konnten, ist wohl in der jahrzehntelangen Zusammenarbeit begründet. Beide haben natürlich Gewichtiges einzusetzen. So komponierte Behrsing etwa einst die Titelmusik zur Krimireihe "Polizeiruf 110". Stefan Lasch leitet nicht nur das ,,Jazz Collegium Berlin", sondern gab sich auch als Freund und Sammler von Kontrabass- Zitaten zu erkennen. Dazu gehört auch der folgende, von Hanns Eisler geprägten Ausspruch: ,,Höre ich den Bass nicht, scheiß ich auf die Melodie!" Das Publikum im Coswiger Gemeindezentrum war bunt gemischt. Selbst einige Kinder waren mitgekommen und verfolgten genauso aufmerksam wie ihre Eltern oder Großeltern das Konzert. Und sie wurden von deren Begeisterung angesteckt. Beim ,,Entertainer', der ersten Zugabe des Abends, klatschen sie im Rhythmus und beim sanften  "Guten Abend, gute Nacht" summten sie leise die Melodie mit.  Was für ein stimmungsvoller Abschluss. Freie Presse | 6.02.2011 "Zwei tolle Tage: Dixieland im Berg" von Katja Lippmann-Wagner Gelungener Auftakt für artmontan 2011: Mehr als 800 Gäste in der Kaverne Markersbach. So viel steht fest: Dixieland, Jazz und Blues funktionieren immer. Dafür spricht nicht nur, dass die drei ersten artmontan-Veranstaltungen des Jahres 2011 schon seit Wochen restlos ausverkauft waren. Auch die Stimmung in der untertägigen Kaverne war bei allen drei Konzerten bestens. Am Freitagabend räumten Ruth Hohmann und das Jazz Collegium Berlin regelrecht ab. "Mir ist einfach unerklärlich, wie eine 79-jährige Frau eine solche Modulation in der Stimme haben kann", zeigte sich Ursula Haarig, Chefin des Kul(T)ourbetriebs im Erzgebirgskreis, begeistert. Das Pendant zu den Berlinern bot "The Salt River Dixie Band". Harald Blechschmidt aus Plauen gehört zu den treusten artmontan-Gästen. Er besuchte mit seiner Frau Gisela gleich beide Konzerte. "Ruth Hohmann ist eine Wucht: Sie singt in dem einen Moment in einer Stimmlage wie Leni Statz und plötzlich wie ein Bär. Sie ist zwar schon weit über 70, hat aber das Temperament einer 20-Jährigen. Einfach wunderbar", schwärmt der Plauener...... Für 2012 hofft Haarig das Thomas Stelzer Trio und das Jazz Collegium Berlin mit Ruth Hohmann für zusammenführen zu können. "Das wäre unser großer Wunsch für den Start ins 15. artmontan-Jahr." Neues Deutschland | 19.08.2011 "Von wegen Hausfrau" von Martin Hatzius Da schlurft eine biedere Alte durchs Publikum, rüstig immerhin, und wer es nicht besser weiß, wundert sich:  Was hat die denn auf einem Jazzkonzertverloren? Aber dann geht diese unscheinbare Frau – was ist denn hier los?– mit ihrem Handtäschchen auf die Bühne los und – schwupps ist sie oben – schnappt sich das Mikrophon. Die vermeintlich Verirrte ist: der Star.  Wenn Ruth Hohmann zu singen anhebt, zersetzen sich alle Zweifel in begeistertes Staunen: So wie diese Grande Dame des ostdeutschen Jazz bis heute den Scat-Gesang beherrscht – das lautmalerische Aneinanderreihen scheinbar bedeutungsloser Silben, die sich in ihrer Improvisation aber zu ausdrucksvollen, universal verständlichen Lebenslusterklärungen verbinden–, macht ihr das keine nach. Ruth Hohmann, die allürenfreie Seniorin mit den überragenden Sangesfertigkeiten, seit Jahrzehnten geliebt von Fans und Kollegen, wird heute – Tusch! – 80 Jahre alt. Gefeiert wird – auf der Bühne. Wo sonst? Statt Gratulanten auf dem heimischen Sofa zu empfangen, wie es in ihrem Alter keine Schande wäre, gibt die Hohmann an ihrem Ehrentag ein Konzert beim »Jazz in Town«-Festival in Berlin- Köpenick: »Ruth 8null – Birthday in Concert«. Namhafte Weggefährten, Freunde und einstige Schüler warten dazu mit einem Überraschungsprogramm auf. Längst ist die Feierausverkauft. Auch für das Konzert am Folgetag an selber Stelle – »Jazz Ladies: Ruth Hohmann, Uschi Brüning & Jacqueline Boulanger« – werden die Karten knapp. Das große Interesse an ihrer Kunst und ihrer Person mag Ruth Hohmann als das empfinden, was es ist: Würdigung eines Lebens im Zeichen des Jazz – mit einem halben Jahrhundert Bühnenerfahrung dürfte sie weltweit eine der Dienstältesten ihrer Zunft sein. Geboren in Eisenach, Schauspielausbildung in Erfurt, Umzug nach Berlin mit Anfang 20, schlug sie bald die Laufbahn als Sängerin ein. Von Walter Kubiczek, Komponist und Rundfunkmann, bei dem sie den Titel »The Man I Love« vorsang, ist der schöne Satz überliefert: »Sie sind wohl wahnsinnig, hier auf Hausfrau zu machen! So was wie Sie läuft nur alle paar Jahrzehnte in Deutschland rum« (nach Stefan Lasch: Jazz Collegium Berlin & Ruth Hohmann. In: Freie Töne. Die Jazzszene in der DDR. Hg. v. Rainer Bratfisch, C.H. Links Verlag, 2005). Die Hohmann, in Zäsur nach fünf prallen Jahren: Zwischen 1966 und 1972 war von der jungen, begeisternden Sängerin nichts mehr zu hören. Dass Hohmann »in der Sprache McCarhtys« sang, wurde in den oberen Etagen des Ulbricht-Staates nicht gerne gehört – überdies hatte sie es versäumt, ihre »Pappe« verlängern zu lassen. Der Neuanfang in den frühen Siebzigern – wieder mit Berufsausweis, diesmal gar einem der höchsten Klasse – brachte Hohmann mit dem frisch gegründeten Berliner Jazz Collegium zusammen, bis heute – auch beim Jubliäums-Konzert in Köpenick– »ihre« Band. Von Alfons Wonneberg an die Hanns-Eisler-Musikhochschule geholt, ergänzte die Sängerin von 1976 an für zwanzig Jahre ihren Künstler- um den Lehrberuf. Als Dozentin und Bereichsleiterin für Jazz und Chanson prägte sie Künstler wie André Herzberg, Inka Bause, Hendrik Bruch und viele weitere mit. Überdies trat sie gelegentlich als Schauspielerin in Erscheinung, zuletzt in Leander Haußmanns Film »NVA« von 2005. Ironie der Geschichte: Ausgerechnet die Interpretin, der einst das Singen englischer Texte zum Verhängnis wurde, hat großen Spaß am eigensinnigen Umdichten der Texte von Jazz-Standards ins Deutsche, gern im Dialekt. Zuletzt beglückte sie im Mai 2011 das Publikum des 41. Dresdner Dixieland Festivals – seit den Siebzigern sind Hohmann und das Jazz Collegium dort gern gesehene Gäste – mit ihrer Version des »Chattanooga Choo Choo«.Zur durch Glenn Miller weltberühmt gewordenen Melodie, zu der UdoLindenberg sein »Sonderzug nach Pankow« eingefallen war, dichtete die Hohmann den »Dixiezug nach Dresden«, eine Hommage an ihre treuen sächsischen Fans in deren berüchtigt breitem Idiom: »Saachen Se mal /sind mir uns nich schon mal begeechnet? – Ja, Sie! – / Lang, lang ist'sher,/ so fuffzich Jahr' ungefähr. / Da waren mr frisch / und mit viel  Scheenheit noch geseechnet / und mir ham ohne Reschbekt / geechen denStachel gelöckt ...« Alles andere als ein bröckelndes Denkmal, verkörpert die quicklebendige Ruth Hohmann eine Entwicklung der Jazz- Musik, die sich so (mit einigenHürden) nur in der DDR zugetragen hat. Wie und ob diese Tradition sich fortschreibt, wenn Hohmann und die anderen unermüdlichen Protagonisten dieser Szene einmal von der Bühne getreten sein werden, steht in den Sternen. Noch – welch ein Glück – sind sie dort zu erleben.
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Neues Deutschland | 19.08.2011 "Von wegen Hausfrau" von Martin Hatzius Da schlurft eine biedere Alte durchs Publikum, rüstig immerhin, und wer es nicht besser weiß, wundert sich:  Was hat die denn auf einem Jazzkonzertverloren? Aber dann geht diese unscheinbare Frau – was ist denn hier los?– mit ihrem Handtäschchen auf die Bühne los und – schwupps ist sie oben – schnappt sich das Mikrophon. Die vermeintlich Verirrte ist: der Star.  Wenn Ruth Hohmann zu singen anhebt, zersetzen sich alle Zweifel in begeistertes Staunen: So wie diese Grande Dame des ostdeutschen Jazz bis heute den Scat-Gesang beherrscht – das lautmalerische Aneinanderreihen scheinbar bedeutungsloser Silben, die sich in ihrer Improvisation aber zu ausdrucksvollen, universal verständlichen Lebenslusterklärungen verbinden–, macht ihr das keine nach. Ruth Hohmann, die allürenfreie Seniorin mit den überragenden Sangesfertigkeiten, seit Jahrzehnten geliebt von Fans und Kollegen, wird heute – Tusch! – 80 Jahre alt. Gefeiert wird – auf der Bühne. Wo sonst? Statt Gratulanten auf dem heimischen Sofa zu empfangen, wie es in ihrem Alter keine Schande wäre, gibt die Hohmann an ihrem Ehrentag ein Konzert beim »Jazz in Town«-Festival in Berlin- Köpenick: »Ruth 8null – Birthday in Concert«. Namhafte Weggefährten, Freunde und einstige Schüler warten dazu mit einem Überraschungsprogramm auf. Längst ist die Feierausverkauft. Auch für das Konzert am Folgetag an selber Stelle – »Jazz Ladies: Ruth Hohmann, Uschi Brüning & Jacqueline Boulanger« – werden die Karten knapp. Das große Interesse an ihrer Kunst und ihrer Person mag Ruth Hohmann als das empfinden, was es ist: Würdigung eines Lebens im Zeichen des Jazz – mit einem halben Jahrhundert Bühnenerfahrung dürfte sie weltweit eine der Dienstältesten ihrer Zunft sein. Geboren in Eisenach, Schauspielausbildung in Erfurt, Umzug nach Berlin mit Anfang 20, schlug sie bald die Laufbahn als Sängerin ein. Von Walter Kubiczek, Komponist und Rundfunkmann, bei dem sie den Titel »The Man I Love« vorsang, ist der schöne Satz überliefert: »Sie sind wohl wahnsinnig, hier auf Hausfrau zu machen! So was wie Sie läuft nur alle paar Jahrzehnte in Deutschland rum« (nach Stefan Lasch: Jazz Collegium Berlin & Ruth Hohmann. In: Freie Töne. Die Jazzszene in der DDR. Hg. v. Rainer Bratfisch, C.H. Links Verlag, 2005). Die Hohmann, in der man bal deine »Ella Fitzgerald des Ostens« erkannte, wurde zur ersten Jazzsängerin der DDR mit »Pappe«, also Berufsausweis. Ihrem Bühnendebüt mit den Jazz Optimisten im November 1961 folgten gemeinsame Arbeiten mit allen Größen des DDR-Jazz und Tourneen durchs In- und Ausland. Zäsur nach fünf prallen Jahren: Zwischen 1966 und 1972 war von der jungen, begeisternden Sängerin nichts mehr zu hören. Dass Hohmann »in der Sprache McCarhtys« sang, wurde in den oberen Etagen des Ulbricht-Staates nicht gerne gehört – überdies hatte sie es versäumt, ihre »Pappe« verlängern zu lassen. Der Neuanfang in den frühen Siebzigern – wieder mit Berufsausweis, diesmal gar einem der höchsten Klasse – brachte Hohmann mit dem frisch gegründeten Berliner Jazz Collegium zusammen, bis heute – auch beim Jubliäums-Konzert in Köpenick– »ihre« Band. Von Alfons Wonneberg an die Hanns-Eisler-Musikhochschule geholt, ergänzte die Sängerin von 1976 an für zwanzig Jahre ihren Künstler- um den Lehrberuf. Als Dozentin und Bereichsleiterin für Jazz und Chanson prägte sie Künstler wie André Herzberg, Inka Bause, Hendrik Bruch und viele weitere mit. Überdies trat sie gelegentlich als Schauspielerin in Erscheinung, zuletzt in Leander Haußmanns Film »NVA« von 2005. Ironie der Geschichte: Ausgerechnet die Interpretin, der einst das Singen englischer Texte zum Verhängnis wurde, hat großen Spaß am eigensinnigen Umdichten der Texte von Jazz-Standards ins Deutsche, gern im Dialekt. Zuletzt beglückte sie im Mai 2011 das Publikum des 41. Dresdner Dixieland Festivals – seit den Siebzigern sind Hohmann und das Jazz Collegium dort gern gesehene Gäste – mit ihrer Version des »Chattanooga Choo Choo«.Zur durch Glenn Miller weltberühmt gewordenen Melodie, zu der UdoLindenberg sein »Sonderzug nach Pankow« eingefallen war, dichtete die Hohmann den »Dixiezug nach Dresden«, eine Hommage an ihre treuen sächsischen Fans in deren berüchtigt breitem Idiom: »Saachen Se mal /sind mir uns nich schon mal begeechnet? – Ja, Sie! – / Lang, lang ist'sher,/ so fuffzich Jahr' ungefähr. / Da waren mr frisch / und mit viel  Scheenheit noch geseechnet / und mir ham ohne Reschbekt / geechen denStachel gelöckt ...« Alles andere als ein bröckelndes Denkmal, verkörpert die quicklebendige Ruth Hohmann eine Entwicklung der Jazz- Musik, die sich so (mit einigenHürden) nur in der DDR zugetragen hat. Wie und ob diese Tradition sich fortschreibt, wenn Hohmann und die anderen unermüdlichen Protagonisten dieser Szene einmal von der Bühne getreten sein werden, steht in den Sternen. Noch – welch ein Glück – sind sie dort zu erleben. Freie Presse | 6.02.2011 "Zwei tolle Tage: Dixieland im Berg" von Katja Lippmann-Wagner Gelungener Auftakt für artmontan 2011: Mehr als 800 Gäste in der Kaverne Markersbach. So viel steht fest: Dixieland, Jazz und Blues funktionieren immer. Dafür spricht nicht nur, dass die drei ersten artmontan-Veranstaltungen des Jahres 2011 schon seit Wochen restlos ausverkauft waren. Auch die Stimmung in der untertägigen Kaverne war bei allen drei Konzerten bestens. Am Freitagabend räumten Ruth Hohmann und das Jazz Collegium Berlin regelrecht ab. "Mir ist einfach unerklärlich, wie eine 79-jährige Frau eine solche Modulation in der Stimme haben kann", zeigte sich Ursula Haarig, Chefin des Kul(T)ourbetriebs im Erzgebirgskreis, begeistert. Das Pendant zu den Berlinern bot "The Salt River Dixie Band". Harald Blechschmidt aus Plauen gehört zu den treusten artmontan-Gästen. Er besuchte mit seiner Frau Gisela gleich beide Konzerte. "Ruth Hohmann ist eine Wucht: Sie singt in dem einen Moment in einer Stimmlage wie Leni Statz und plötzlich wie ein Bär. Sie ist zwar schon weit über 70, hat aber das Temperament einer 20-Jährigen. Einfach wunderbar", schwärmt der Plauener......  Für 2012 hofft Haarig das Thomas Stelzer Trio und das Jazz Collegium Berlin mit Ruth Hohmann für zusammenführen zu können. "Das wäre unser großer Wunsch für den Start ins 15. artmontan-Jahr." Meißner Tageblatt | 10.02.2011 Grand Old Lady im Konzert" von W. Zimmermann Jazzsängering Ruth Hohmann Gastierte in Coswig    Erwin Strittmatter hätte sie wohl eine, „Andertbalbmeter-Großmutter" genannt. Viel mehr als diese Körperhöhe erreicht die Jazzsängerin Ruth Hohmann tatsächlich nicht. Umso erstaunt es, über welchen Umfang die Stimme der 79- jährigen Sängerin immer noch verfügt Immerhin: Am 19. August dieses Jahres wird sie ihren 80. Geburtstag feiern. Am Abend des 6. Februar gastierte Ruth Hohmann im Gemeindezentrum von Coswig (warum eigentlich nicht in der ,,Börse"?) vor einem bestens gestimmten und wohltuend jazzbegeisterten Publikum. Begleitet wurde sie bei ihrem Auftritt vom Pianisten und Posaunisten. Hartmut Behrsing und dem Bassisten Stefan Lasch. Beide gehören zum renommierten. Jazz Collegium Berlin", in dem Ruth Hohmann bereits seit 1972 den Part der Sängerin besetzt. Mit „I’m Confessin That I Love You“ - einem 1930 von Doc Dangherty nach einen Text von Al Neiburg komponierten wunderbar sanften Jazzstandard - startete die Hohmann das Konzert. Mit dem „Mackie Messer Song", der „Sophisticated Lady“ und der verruchten „Sweet Georgia Brown“ (die eigentlich ein sehr loses Weibe gewesen sei, so Stefan Lasch) sammelte sie gleich in der ersten halben Stunde jede Menge Pluspunkte. Das hat Ruth Hohmann im Grunde aber gar nicht nötig, denn vierzig Jahre Jazzgesang auf der Konzertbühne inclusive einer 20 -jährigen Dozententätigkeit an der Berliner Musikhochschule  ,,Hanns Eisler" ließen die kleine große Frau allen nur möglichen Stürmen trotzen. Noch immer steckt in ihrer Stimme nicht nur eine unbändige Kraft, sondern auch ein wunderbar swingendes Timbre. Das ermöglicht es ihr, mühelos auch die schwierigsten Klippen im Jazzgesang zu meistern. Die gibt es zum Beispiel in Ray Charles Hymne ,,Hallellujah"; in der zwar volkstümlichen, aber dennoch nicht unkomplizierten Dixie-Nummer "Oh When The Saints Go Marching In"; in Gershwins "Wonderful" und nicht zuletzt in dem Mitsinger ,,Bye, bye Blackbird". Dass Pianist Behrsing und Bassist Lasch trotz der enormen Präsenz von Ruth Hohmann immer auch mit eigener Virtuosität punkten konnten, ist wohl in der jahrzehntelangen Zusammenarbeit begründet. Beide haben natürlich Gewichtiges einzusetzen. So komponierte Behrsing etwa einst die Titelmusik zur Krimireihe "Polizeiruf 110". Stefan Lasch leitet nicht nur das ,,Jazz Collegium Berlin", sondern gab sich auch als Freund und Sammler von Kontrabass- Zitaten zu erkennen. Dazu gehört auch der folgende, von Hanns Eisler geprägten Ausspruch: ,,Höre ich den Bass nicht, scheiß ich auf die Melodie!" Das Publikum im Coswiger Gemeindezentrum war bunt gemischt. Selbst einige Kinder waren mitgekommen und verfolgten genauso aufmerksam wie ihre Eltern oder Großeltern das Konzert. Und sie wurden von deren Begeisterung angesteckt. Beim ,,Entertainer', der ersten Zugabe des Abends, klatschen sie im Rhythmus und beim sanften  "Guten Abend, gute Nacht" summten sie leise die Melodie mit.  Was für ein stimmungsvoller Abschluss. Märkische Oderzeitung | 19.04.2010  "Ruth Hohmann – Jazz-Sängerin im Duett mit sich selbst"  von  Regina Mattern Fürstenwalde (moz) Jazz hält jung. Das erlebten die rund 80 Besucher, die dem Fürstenwalder Kulturverein am Sonnabend zum 10. Konzert des Jazzclubs in die Kulturfabrik gefolgt waren. Zu Gast war die „Grande Dame des deutschen Jazz“, wie Kontrabassist und Moderator Stefan Lasch sie vorstellte: Ruth Hohmann. Die inzwischen 78-Jährige begeisterte von Anfang an das Publikum mit dem großen Variationsbreite ihrer Stimme, mit ihrer von jeglichen Allüren freien Art, mit ihrer Kunst. Sie beherrscht wie kaum ein anderer deutscher Jazzmusiker alle Facetten dieser Musikrichtung. Dazu bewegte sie sich auf der Bühne leichtfüßig und temperamentvoll. Dritter im Bunde war Pianist und Posaunist Hartmut Behrsing. Er ist manchen vielleicht bekannt als Komponist zweier Vorspänne für den Polizeiruf 110 vor 1989. „Jazz Is What I’m Living For“, so lautete das Motto der Veranstaltung. Ruth Hohmann und ihre beiden Vollblutmusiker begeisterten mit bekannten und weniger bekannten Stücken, interpretiert auf die der Sängerin ganz eigene Art. Stücke wie &dbquo;Sweet Georgia Brown, „When The Saints“Und der Haifisch, der hat Zähne oder „Up Town, down Town“ erzeugten Begeisterung. Besonders aber beeindruckte „I Can’t Give You“ ein Duett, mit sich selbst gesungen: zum Teil mit einer hohen, fast fisteligen Stimme, zum Teil mit einer kräftigen tiefen Stimme. Sie hat zwei Stimmen im Hals, kommentierte Hartmut Behrsing. Kaum einer der Gäste saß noch still auf seinem Platz. Die einen nickten im Takt mit dem Kopf, die anderen wippten mit den Füßen, wieder andere bewegten den ganzen Oberkörper nach der Musik. Und immer brandete Beifall auf, wenn die beiden Instrumentalisten die Pausen zwischen dem Gesang nutzten, um ihre Klasse zu beweisen. Die Spielfreude, die Gestik und Mimik der Künstler trugen dazu bei, dass die Zuhörer fasziniert auf die Bühne schauten. Locker und sachlich, aber auch satirisch führte zudem Stefan Lasch durch das Programm. Er erklärte beispielsweise, warum Ruth Hohmann fast ausschließlich in englischer Sprache singt. &dbquo;Es wurde immer wieder mal versucht, Texte ins Deutsche zu übersetzen, aber das kann man heute nicht mehr singen. Das würde sofort Umwelt- oder Tierschützer mobilisieren. Zum Beispiel, wenn es hieße: ,Stell dir vor, wir hätten was zu rauchen‘. Heide Schulze aus Fürstenwalde genoss den Abend. Das sind alles drei tolle Musiker. Die Sängerin hat eine perfekte Technik, singt sehr einfühlsam. Das Konzert gehört für mich zu den besten, die ich in diesem Jahr besucht habe. Heide Schulze ist Mitglied des Jazzklubs des Kulturvereins. Beate Röschl, ebenfalls aus Fürstenwalde, sagte der MOZ:“Mir gefällt die Künstlerin so gut, dass ich schon zum zweiten Mal in ihr Konzert gegangen bin. Ihre Lebendigkeit, ihr ganze Mentalität – die Frau verkörpert für mich Musik“. Nicht ganz so zufrieden war Organisator Peter Apitz:“Das Konzert ist toll, die Leute lassen sich mitreißen. Aber ich hatte schon gehofft, dass so 100 bis 120 Gäste kommen. Unsere 21 Mitglieder des Jazzclubs, die solche Veranstaltungen möglich machen, übernehmen von der Vorbereitung bis zum Einlass alles ehrenamtlich. Da ist es doch schade, wenn wenige kommen.“ Ruth Hohmann beeinflusste es indessen nicht, dass sie für so wenige Gäste sang. Bis 22.30 Uhr unterhielt sie mit ihren Musikern das Publikum und verabschiedete es dann mit &dbquo;Guten Abend, gute Nacht, mit Rosen bedacht – natürlich im Jazzformat. Konzertbericht | 26.04.2009 "Geburtstagsfeier mit heißen Rhythmen im Kesselhaus"  von Joachim Schütz Zum 8. Geburtstag des Fördervereins und als Zeichen seiner Lebendigkeit sollte es im Kesselhaus musikalisch richtig heiß hergehen. Dazu konnten wir das legendäre  JAZZ COLLEGIUM  Berlin mit seiner großartigen Sängerin Ruth Hohmann gewinnen. Am 18.April um 19.00Uhr war es dann soweit. Nur mit großer Mühe konnten wir die vielen Inter-essenten im Theatersaal des Kesselhauses unterbringen. Wir waren rappelvoll, eine tolle Kulisse für Swing und Dixieland. Und vorweg, die Künstler hielten, was ihr Name verspricht. Durch das Programm führte Bassist und Bandleader Stefan Lasch. Die Band begann zunächst ohne ihre Sängerin mit Hartmut Behrsing (tb),Patrick Braun (sax,cl), Hans Georg Hentschel (tp), Andreas Hentschel (dr), Dr. Volker Kaufmann (p,voc). Es dauerte nur Minuten und wir Zuhörer waren voll in ihrem Bann. Ruth Hohmann startete mit „All of me“. Sie begeisterte und gewann das Publikum sofort mit ihrem eigenständigen Jazzinterpretationstalent, voller Natürlichkeit und einnehmender Ausstrahlung. In der Pause gab es lebhafte Diskussionen bei Wein, Bier und Brezel; das alles vor einem einmaligen Ambiente- den historischen Kesselanlagen. Nach der Pause hörten wir „Let me see“, ein hervorragendes Schlagzeugsolo;  Dr.Volker Kaufmann begeisterte mit „Rosetta“ am E-Piano und nicht zu vergessen das Solo am Kontrabass mit Stefan Lasch. Den Schlussteil bildete ein Solo des hervorragenden Posaunisten Hartmut Behrsing mit „Tiger Rag“. Ruth Hohmann zog noch einmal das Publikum mit „Er ist sauer uff dir“ und dem „Basin Street Blues“ in ihren Bann. Als Zugabe hörten wir „Blue Berry Hill“ und „Guten Abend, gute Nacht“. Langanhaltender Beifall, ein herzliches Dankeschön und der Wunsch auf Wiederholung beendeten diesen unvergesslichen Abend. Uns wurde berichtet, dass einige noch zu Hause weiter geswingt haben sollen. Sie gilt als "First Lady of Jazz" in der DDR, war die erste Dozentin für Jazzgesang bei "Hanns Eisler" in Berlin. Sie stammt aus Eisenach, man hört es noch: Hatte "wegen Dabdudei und Englisch" Berufsverbot. Sie gibt die komische Alte so überzeugend wie die feinfühlige Blues-Interpretin. Sie gibt ihre Jahre offen zu: 76 wird sie demnächst. Und sie ist mit dem Dessauer Dramaturgen Ernstgeorg Hering befreundet, der sie am Montag zu "Jazz und Poesie" ins Anhaltische Theater holte. Fesselnde Erzählungen.- Ruth Hohmann verkörpert ein Stück Musikgeschichte, sie arbeitete mit allen; die im Mauerstaat erfolgreich Jazz spielten, darunter Manfred Krug, Günter Hörig, Klaus Lenz, Ernst-Ludwig Petrowsky, Günter Sommer. Mit Fips Fleischer tourte, mit Helga Hahnemann korrespondierte sie. Putzig, wie. die agile Lady im Theaterrestaurant einen Break erklärte: ein Loch, das der Gesangssolist fülle.' Flugs brachte sie ein Blues-Schema unter die Leute: "Sohön hab ich 'nen Chorus!" Hohmanns Erzählungen gerieten fesselnd. Anekdotisch. Nur ein bisschen nostalgisch. Und voller Selbstironie: "Früher hab ich so hoch gesungen, wie ich heute gar nicht mehr denken kann!" Ihre Bühnenpräsenz aber ist überwältigend. Ihr kosmo-politischer Gesang spiegelt die Einflüsse von Mahalia Jackson bis Ella Fitzgerald wie das eigene Musikerleben. Zwar erinnerte die Stimme an eine, nun ja, in die Jahre gekommene Ziehharmonika. Doch zeigte sie sich technisch gut in Schuss, und so intonierte Ruth Hohmann superb, die noch volle mittlere und tiefe Lage ausreizend…..Existierte der Zuschauerpreis für ein Lebenswerk, "Ruthchen" hätte ihn bekommen. Mitteldeutsche Zeitung | 05.07.2007 Mit "Ruthchen" in die Pause von Ute van der Sanden Die Berliner Jazzsängerin Ruth Hohmann jammt mit den  Muldebuben im Theaterkeller ND | 06.01.07  Satire, Jazz und Radschlag, Jazz-Lyrik-Prosa begeisterte auch beim 222. Mal von Walter Kaufmann Man sollte sich den alljährlichen Januar-Termin in der Komischen Oper vormerken – allein schon aus Solidarität. Und natürlich wegen des Vergnügens, das man haben wird. Ruth Hohmann, diese Ruth seventy five mit dem Jazz Collegium Berlin, war am Donnerstag quer durch diesen nun schon 222. Abend von »Jazz–Lyrik–Prosa« von rauschendem Beifall begleitet und legte einen Abschiedsblues hin, der auch die Schwarzen von New Orleans Basin Street von den Stühlen gerissen hätte. Und spätestens, als Peter Bause sich als lebenslänglicher Angestellter beim »Theater Deutschland« zu erkennen gab (Intendantin Angela Merkel), hatte er die Lacher auf seiner Seite – da brauchte es nur noch Texte wie die von Hans J. Stein und Willi Bredel, um das Publikum rundum zu gewinnen. Wer schlug am Ende aus lauter Übermut ein Rad auf der Bühne – und warum? Wiglaf Droste war es, Autor, Sänger, Tausendsassa der Medien, den es gepackt hatte, weil er auch mit seiner Satire auf die Brandenburger blendend angekommen war. Auch Lutz Stückrath, Borstenhaarschnitt und flinke Zunge, sowie Madeleine Lierck, kesse Berliner Göre wie elegante Lady, gaben zum Jubel ihrer Fans dem Affen Zucker. Und allesamt, dazu die sechs genialen Musiker des Jazz Collegiums, wurden stolz-vergnüglich von Josh Sellhorn moderiert, der auch das Programm gestaltet hatte – und sich darauf verlassen darf, dass im Januar 2008 bei »Jazz-Lyrik-Prosa« die Komische Oper wieder ausverkauft sein wird. Melodie & Rhythmus | Ausgabe 11, August 2006 Ruth Hohmann - Lehrerin, Künstlerin, 75  von André Herzberg ....Es gab noch andere Lehrer an der Hochschule, abgehalfterte Schlagersänger, doch sie und der Leiter der Abteilung Tanzmusik Alfons Wonneberg hatten eine Nische gebaut, in der ich unterkriechen konnte, gegen den Widerstand der Schlagersängerin. Wichtiger war, Ruth nahm mich ernst, ich wusste damals, was ich nicht wollte, viel schwieriger war es, meine Vision meiner künstlerischen Zukunft zu finden. Also sang ich, ...alles Mögliche, Noten besorgte ich mir in der Bibliothek der amerikanischen Botschaft. Sie hatte das Zimmer 119 in der Hochschule, "Machen Sie mich nicht immer nach! ", warf ich ihr vor, aber genau das war es, sie führte mir alle meine Eitelkeiten vor. Aber niemals trampelte sie auf mir rum oder kam mir mit Verboten. Musik ist eben auch Handwerk, dies konnte man gut an der Schule lernen, Hohmann hat Geduld, Humor, handwerkliches Können. Wenn ich oft von Verboten eingeengt, von Regeln kastriert wurde, war sie anders. Gesang ist die Kunst, die Seele durch den Mund sprechen zu lassen, wenn du das nicht beherrschst, kann es dir kein Lehrer der Welt beibringen, aber den Weg ebnen, das hat sie getan. Und sie lehrte mich Demut vor den Mitspielern, sie hasst bis heute Stargehabe, vielleicht ist sie deshalb auch nie einer geworden. Sie lehrte mich, dass Gesang auch Bedeutung hat - jenseits von Wörtern, nur durch Betonung der "Schnurrediebuhr"...... Mäker | 26.07.8.2006 Leben für den Jazz von Margot Schöning Mit einer sommerlichen, jazzigen Abend-Session, mit gut vier swingenden Sternstun" den feierten nahezu alle Größen des DDR-Jazz und viel Jazz-Volk den 75. Geburtstag der Grand Dame des Jazz. Schon 2005 wie auch in diesem Jahr hatte Jazz Collegium Moderator und Bassist Stefan Lasch nicht nur während des Jazz-Brunch in Himmelpfort dezent humorvoll und mit unüber-sehbarem T-Shirt-Hinweis immer wieder das dreiviertel Jahrhundert der ältesten und aktivsten Jazzsängerin Deutschland angekündigt. Er wurde vielfach gehört. Der Innenhof des Köpenicker Rathauses war gerammelt voll. Fast bogen sich die harten Holzsitzbänke. Das Servierteam hatte Mühe, sich mit vollen Tabletts durch die Reihen zu quetschen. Ausverkauftes Haus, dazu 120 geladene Gäste, dicht vor der Bühne platziert. Von der bevorstehenden Fülle, der stundenlangen Begeisterung und Ehrerbietung konnte Ruth Hohmann nur etwas ahnen, als sie am hinteren Tor des Köpenicker Rathauses aus dem Wagen stieg. "Was haben die nur mit mir vor?", fragte sie. Dass an einer kreativ großen Überraschung gestrickt wurde, blieb nicht verborgen. Schon der Auftakt hatte es in sich. Alle Musiker spielten für die zu Beginn noch schwarz gekleideten Geburtstagslady "Happy .Birthday" aus dem Publikum heraus. Dann begann auf der Bühne die Gratulationskur musikalisch und per Wort, Takt auf Takt. Per Leinwanddirektschaltung überraschte aus Australien der einstige Collegium Schlagzeuger Karl Vetter mit seinem selbst ,verfassten Gedicht.... Das alles rührte Ruth Homann unendlich, auch die 75 RoseIl, "die junge Gastronomen“ ihr einzeln überreichten. Sie setzte ihrer Jazzmesse fast einen Schlusspunkt, als sie auf der Bühne singend tanzte, die Beine in die Luft schwang und in die Hocke ging. Darauf hatten viele gewartet. Und das mit 75. Jahren. Der Jazz hat sie jung gehalten.... In den vergangenen Jahren ließ die souveräne Jazzlady ihr Publikum jubeln, wenn sie eigene deutsche Texte wie "Er ist sauer uff dir" auf klassischen Jazz Titeln zum Beispiel von "Goddy, goddy" vortrug. Man musste nicht unbedingt Berliner sein, um ihr musikalisches Berlinern zu verstehen. Im nächsten Jahr will sie wieder zu den Klassiktagen nach Himmelpfort kommen. Ostseezeitung | 6.10.2003 Jazzband-Ball, Klappe die dritte  76 Jahre alt, eine weiße Blüte n der Jacke - auf den ersten Blick würde Ruth Hohmann gut in ein Damen- Kaffeekränzchen ,passen. Dann aber erhebt sie ihre Stimme und füllt damit den Bernsteinsaal des Neptun Hotels. Eine satte, rotzfreche Jazzstimme. Die Kellner bleiben in den Türen stehen, mancher, der gerade sein Glas zum Mund führen wollte, stellt es wieder ab. Alle blicken zu dieser unglaublichen kleinen alten Dame. Ein Energiebündel. "All of me..." So beginnt sie ihren Auftritt - absoluter Höhepunkt des dritten Jazzband-Balls am Sonnabend….."
Eberhard Wever | Hamburg, 23. Juni 2002 Das Jazz-Collegium Berlin spielt auf in Ahrenshoop (Ein Fan-Gedicht) Starke Töne ... Laut von andrem Stern, Jazz - sechs Männer, eine Sängerin, Prof. Ruth Homann (70), alte Herrn: Spaß und Künstlerstolz auch mittendrin. Baß, Keyboard, Posaune, Saxophon, Schlagzeug, Trumpet offen und gestopft, Musikantentum und edler Ton: Könnerschaft hat uns ans Herz geklopft. Musizierend kommen sie in Fahrt,, allerfeinste Nummern, jedes Spiel,meisterhaft und auswendig, "by heart":daß die Funken sprühen, ist ihr Ziel. Sie setzt Spitzen noch auf Gipfelklänge, Coloratura ganz phantastisch-toll, ragt aus allem Arrangement-Gedränge: Ruth, agil, oktaven-übervoll. Überzeugende Seniorenschaft, Erste-Sahne-Jazz-Collegium, Jazzmusik entsprudelt Lebenskraft: stehend applaudiert das Publikum.
Berliner Zeitung | 1991 Dixie in der Wartehalle - 1. Berliner Jazz Band Ball Höchste Zeit für diesen ersten Jazz Band Ball in der zusammenwachsenden Hauptstadt. Den widrigen Umständen zum Trotz - das Palais am Funkturm hat die Akustik eines Bahnhofs - startet das "Jazz Collegium" furios - mit Dixieland & Mainstream Jazz a la New Orleans. Allen voran die unvergleichliche Ruth Homann - mit "angeschwärzter" Stimme, Humor und deutschen Texten hat sie das Publikum sofort auf ihrer Seite. Brillant ihre Versionen solcher Standards wie "Sweet, Georgia Brown" und "When The Saints ..." viel Applaus. Volksstimme | 8.7.1998 Neustart "Jazz und Lyrik" am Anhaltischen Theater Dessau"…Dabei gebe es zu Ruth Hohmann, die mit ein paar witzigen Übersetzungen legendärer Titel nicht nur für Amüsement sorgte, sondern durch ihren griffigen Scat-Gesang einige der besten Musikstücke prägte, Abendfüllendes zu sagen. Auch der vielseitige Rainer "Mäcki" Gäbler hätte für seine vielfachen und gekonnten Soli mit Klarinette, Flöte, Tenor-und Sopransaxophon mehr als eine Namensnennung verdient. Ein gleiches gilt freilich für die ganze Band, die seit 1957 die Freunde des traditionellen Jazz erfreut…" Lutz Pretsch zur LP "Ströme" | 1984 Zuletzt sei noch auf eine LITERA-Platte (Nr. 865363) hingewiesen, die zwar bereits seit einigen Monaten im Handel ist, aber durch originäre Note und hohe Qualität Maßstäbe setzt: "Ströme. Negerlyrik aus zwei Kontinenten". Es sind gesungene, gesprochene, geflüsterte und herausgeschriene Texte in hervorragender Nachdichtung, Kraftvoll, ergreifend, nahezu schmerzhaft , expressiv geben sie Einblick in das Fühlen einer Kultur, Rasse, sozialen Schicht.  Die kehlige Stimme Wolfgang Dehlers, als Gesangs-gegenpart Ruth Hohmann - erstaunlich, was die vielseitige Interpretin hier einbringt -, und die Kom-positionen und Arrangements von Tobias Hartleb finden sich zu einer glücklichen Einheit. Dazu gesellt sich eine einfallsreiche Tonregie, .die mit interessanten Effekten (versetzt geschichtete Stimmen) zusätzliche Spannung, und akustischen Reiz einzubringen weiß. Hier wird Hören wirklich zum Erlebnis. Zutiefst beeindruckt hat mich Auswahl und Gestaltung (Wolfgang Dehler/Ruth Hohmann) der -Lyrik aus zwei Kontinenten, von Litera unter dem Titel "Ströme" herausgebracht - Das Gebotene zwingt zur Aufmerk-samkeit, zum Mitdenken, zur eigenen Stellungnahme, zumal die Texte, in einfühlsamen deutschen Nach-dichtungen vorliegend, von Wolf gang Dehler und Ruth Hohmann - ob nun als Aufschrei oder in Reflektion des erwachenden Selbstbewußtseins der Afrikaner und Afro-amerikaner -, faszinierend interpretiert werden.  Wie beispielsweise Ruth Hohmann, Hochschul-dozentin und hochbefähigte Jazzinterpretin, ihre zumeist als Backgroundgesang angelegten Parts ausfüllt, wie sie nuanciert "in der Stimmung" liegt, das verstehen wir beispielsweise unter Nichterlernbar. Mann hat's oder man hat's nicht. Die ebenso aussagewirksame Musik mit Bezugslinien zum Blues und Gospel schrieb der Dresdner Komponist Tobias Hartleb. Magazin | 1979 Sie hat sich langjährige Verdienste um den Jazz, die Welt des Blues, erworben. Sie hat ihn mit sehr viel persönlichem Einsatz popularisiert, und sie hat von Anfang bis heute bei uns Maßstäbe gesetzt. Wer also wollte Ruth Hohmann in unserem Lande den Titel ,,First Lady" auf diesem Gebiet streitig machen - auch wenn sie selbst davon nichts hören will? ,,First Lady of Jazz" nennt man auch eine, die Ruth Hohmann als ,,das stets unerreichbare Vorbild" empfindet: Ella. Die einheimische Kritik hat die Hohmann oft zu Ella Fitzgerald in Beziehung gesetzt, sie mit vielen lobenden Worten in die ,,Ella"-Nachfolge eingereiht. Gewiß: Ruth Hohmann bevorzugt oft ähnliche Titel, beherrscht wie jene sehr effektvoll den scat-Gesang. Aber sie schätzt diesen Vergleich heute nicht mehr…. Der Eulenspiegel | Carl Andrießen, 1979 "Die Jazz-Sängerin Ruth Hohmann, die sich im Bedarfsfall den sogenannten Amateuren des "Jazz-Kollegiums" bereitwillig zugesellt, ist in unserem Land einmalig. Frau Hohmann ist Dozentin und eben deshalb nicht sonderlich jung. Mehr Beifall als sie, falls sie öffentlich mitmacht, kann kaum jemand kriegen. Wenn nur drei von fünfzig singenden Huppdohlen der Hohmann etwas abluchsen würden, dann könnte man glatt von der Musikalität der ehrgeizigen Bienen von heute reden." Der Morgen |1975 "Frappierend die Wandlungsfähigkeit der Hohmann: mal gedenkt sie schniefend ihres Theo, mal ist sie jodelnde Marionette mal aufgemutzte Opernwalküre, dann wieder nachdenklich-besinnliche Chansonette und nicht zuletzt Jazzsängerin mit ganz eigener Note."Ruth Hohmann sorgt für die notwendigen Glanzlichter mit ihrer bei uns noch immer fast einmaligen Stimme." Unsere Schlagersterne | Lied der Zeit, 1963 Sie ist eine Sängerin, die sich dem Jazz verschrieben hat und sehr gekonnt zu improvisieren weiß. Vokales Improvisieren ist eine spezielle Art der musikalischen Interpretation, die man in unseren Breitengraden überaus selten antrifft. Ruth Hohmann versucht, mit ihrer Stimme das nachzugestalten, was emotional aus den Gesängen unserer unterdrückten schwarzen Brüder spricht: Freude, Trauer, Sehnsucht. Erfreulich dabei ist, daß sie nicht kopiert, sondern sich bemüht, den Stimmungen und Gefühlen nachzuspüren und durch ihre Art der Interpretation Ausdruck zu verleihen. "…es ist ein so tiefes Einfühlungsvermögen in die Atmos-phäre des Jazz vorhanden: stilistisch in der Modulations-fähigfkeit des Tones in der rhythmischen Sicherheit und Selbstverständlichkeit. Eine echte Jazzsängerin vorzustellen war dringend geboten. Union, Dresden | 13.7.1963 Sächsisches Tageblatt | 29.5.1962 "Und wie die Ruth Hohmann improvisiert, das ist eine feine Sache! Packend ihre menschliche Ausstrahlung: Ein Mensch steht da und bekennt in Tönen, was er empfindet. Da gibt es nicht Künstliches. Alles ist Leben und Bewegung." "…Höhepunkt war zweifellos die Mitwirkung der Jazz-Sänger Ruth Hohmann und Manfred Krug. Beide, besonders aber Ruth Hohmann, die in Ella Fitzgerald ihr Vorbild zu sehen scheint, boten in recht ansprechender Weise das, was den Vokalisten im Jazz charakterisiert: harte, ungetrübte Laute, eine klagende und anklagende, jauchzende und weinende menschliche Stimme. Berliner Zeitung am Abend | 30.11.1961
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